Institutsrat geht auf Konfrontationskurs

Die Institutsratsitzung am 25. November 2009 war ausdrücklich dafür anberaumt worden, die Ergebnisse des Institutstags in einen formal korrekten Beschluss umzusetzen. Dafür war viel Zeit vorgesehen – von 8.30 Uhr bis 12 Uhr. Zwischen 80 und 100 Studierende waren gekommen, um zu sehen, wie mit den Beschlüssen umgegangen wurde. Nach der Sitzung herrschte große Frustration – bei der BA/MA-Reform will die Mehrheit der ProfessorInnen im Institutsrat dem Votum des Institutstags nicht folgen. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Das positive Ergebnis: Die Beschlüsse zum Strukturplan wurden vom Institutsrat nach anfänglichem Widerstand einiger Professoren bestätigt. Danach sollen die Vollprofessuren Ideengeschichte, Rechtliche Grundlagen und Politisches System der BRD erhalten bleiben und möglichst bald besetzt werden.

Der Skandal: Der von der BA/MA-Reformkommission ausgearbeitete Entwurf für eine neue Studienordnung soll zwar als Grundlage für die neue Studienordnung verwendet werden, nicht aber in dem zentralen Punkt, der den Studierenden am Institutstag so wichtig gewesen war – der Modulstruktur im ersten BA-Studienabschnitt. Der Entwurf von Teilen des Professoriums (bekannt als „Vorschlag Börzel & Co.“) unterscheidet sich hier deutlich vom Entwurf der Reformkommission: Aus 5 Modulen (mit jeweils 10 LP) sollen drei Module (mit jeweils 15 LP) werden, was eine Abwertung der Bereiche „Ideengeschichte/Theorie“ und „System/Vergleich“ und eine Aufwertung des Bereichs „Internationale Beziehungen“ bedeuten würde. In diesem Punkt will eine Mehrheit im Institutsrat ihre Interessen offenbar gegen die Studierenden durchsetzen. Mittlerweile folgt auch Theorie-Professor Bernd Ladwig in diesem Punkt im wesentlichen dem Börzel-Vorschlag, wie aus seinem „Kompromisspapier“ hervorgeht. Nach dem Mehrheitswillen des Institutsrats (in dem die Studierenden nur zwei von 11 Sitzen haben) soll die Kommission sich mit Ladwigs „Kompromiss“ beschäftigen. Eine Entscheidung zum Punkt „Fünf oder drei Module″ wurde vertagt.

Eine ausführliche Darstellung hat die Fachschaftinitiative (FSI OSI) verfasst:

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