1. Was wird aus der Ideengeschichte?

Das AG-Treffen befasste sich mit folgenden drei Aspekten:
• der bisherigen Entwicklung der Ideengeschichtsprofessur am Otto-Suhr-Institut (I),
• der Frage nach unserem Verständnis von Ideengeschichte (II) mit dem Ziel einer inhaltlichen Begründung der Notwendigkeit einer Vollprofessur Ideengeschichte
• und mit möglichen Strategien, die zum Erhalt einer Vollprofessur Ideengeschichte führen könnten (III).

Die AG sprach sich für die Wiederverankerung der Vollprofessur Ideengeschichte in den Strukturplan aus. Im Kontext der konkurrierenden Vorschläge für den Entwurf eines 8-Semester-Bachelors, der im Rahmen des OSI-Institutstages ebenfalls diskutiert wurde, erstellten die AG-TeilnehmerInnen abschließend ein Stimmungsbild: Die anwesenden TeilnehmerInnen sprachen sich im Konsens für die Bevorzugung des Vorschlages der Reformkommission aus, welche die Beibehaltung der beiden Pflichtmodule „Politische Ideengeschichte und politische Philosophie“ sowie „Moderne Politische Theorie“ (mit insgesamt 20 LP) vorsieht.

Ein ausführliches Protokoll zum Herunterladen:
AG Ideengeschichte
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2. Das OSI ohne kritische Internationale Politische Ökonomie?

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3. Afrika-Lehre und (Anti-)Rassismus am Institut

Die AG Afrika-Lehre und (Anti) Rassismus am Institut hatte vorgehabt, sich evtl. in Kleingruppen mit den Themen Rassismus an der Uni, der Rolle von Afrikalehre und postkolonialen Theorieansätzen am OSI auseinanderzusetzen. Da nach einer Vorstellungsrunde klar wurde, dass eine Mehrheit der Anwesenden hauptsächlich mit dem Anliegen gekommen war, die Zukunft der Afrika-Lehre zu diskutieren, wurde im Plenum darüber gesprochen. Diese Konstellation (einige Leute hätten lieber in Kleingruppen das Thema Rassismus an der Uni behandelt) führte zu Spannungen und einer von einigen Leuten als sehr unangenehm wahrgenommen Stimmung während der gesamten AG.

Vor der Diskussion über die Afrika-Lehre stellte sich der AK-Uniwatch vor, der eingeladen wurde. Der AK hat sich nach einem rassistischen Vorfall an der FU im letzten Semester gegründet und befindet sich gerade im Aufbau. Er will uniweit antirassistisch tätig werden und Rassismus sowohl in der Lehre als auch in Unistrukturen thematisieren. (Näheres zum AK findet sich auch im Artikel „Kein Einzelfall. Zum alltäglichen Rassismus an der FU“ in der aktuellen Ausgabe von Out of Dahlem – 10/Dezember 2009)

Zur Afrika-Lehre am OSI wurden verschiedene Eindrücke gesammelt. Es stellte sich schnell heraus, dass sich alle Anwesenden eine Afrika-Professur am Institut wünschen würden und dass diese „Kritische Afrikalehre“ vertreten solle. Über die genauen Inhalte einer „kritischen“ Lehre bestand Uneinigkeit. In diesem Zusammenhang wurden auch generelle Quoten an der Uni für Schwarze und People of Color diskutiert, auch hier gab es unterschiedliche Ansichten.

Im Anschluss an die Diskussion gründete sich eine Arbeitsgruppe, die sich nun auch in Zukunft mit der Afrikalehre beschäftigen will. Ein erstes Treffen fand am 20.11. statt.
Kontakt und nächste Termine werden ergänzt.

Johanna Kösters und Samia Dinkelaker

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4. Gender am OSI

Die AG-Teilnehmenden haben sich dafür entschieden, die AG auch über den Institutstag hinaus fortzuführen und bei regelmäßigen Treffen weiter zur Thematik Geschlecht am Otto-Suhr-Institut zu arbeiten. Insgesamt wollen wir uns vor allem für eine Stärkung geschlechtersensibler Perspektiven in der Forschung und vor allem in der Lehre einsetzen und freuen uns jederzeit über neue TeilnehmerInnen und Themen.
Die AG trifft sich alle zwei Wochen abwechselnd einmal Donnerstags von 18.00 bis 20.00 Uhr und einmal Freitags von 14.00 bis 16.00 Uhr.

Am OSI-Institutstag wurden folgende Themen besprochen:
• Begriff „Gender“ wird oft beliebig verwendet, das Kürzel „GEND“ wird den Lehrveranstaltungen scheinbar willkürlich zugeordnet
• Im Master-Studiengang „Gender und Diversity Kompetenz“ werden Lehrveranstaltungen nur teilnahmebeschränkt sowie ausschließlich im Hauptstudium angeboten
• Mangel an Personal für die Vermittlung von Grundlagen im Bereich der Geschlechterforschung: Veranstaltungen zu diesem Thema werden an (meist unbezahlte) Lehraufträge oder studentische Seminare „ausgelagert“.
• Abwesenheit kritischer Männlichkeitsforschung
• Bereich Geschlechterforschung soll nach Auffassung der AG im Grundstudium als Wahlpflichtmodul (WPF) gewählt werden können, gleichzeitig sollen Studierende mindestens eine genderrelevante Veranstaltung belegen („Querschnittsmodell“),
• Das Wahlpflichtmodul soll jedoch nicht „Gender und Politik“ oder „Gender und Diversity“ heißen, sondern „Kritische Geschlechterforschung“.
• Die unter dem Kürzel „(GEND)“ angebotenen Veranstaltungen sollten ausgewertet werden, um sicherzustellen, dass tatsächlich genderrelevante Inhalte behandelt werden, eventuell durch studentische AG
• Idee einer zusätzlichen Einführungsveranstaltung zu „Kritischer Politikwissenschaft“ mit einem Schwerpunkt auf Kritischer Geschlechterforschung
• Besetzung von Stellen: Genderkompetenz als zentrales Kriterium
• Frage: eigenständige Professur für Geschlechterforschung (unabhängig von der Juniorprofessur „Gender & Diversity“) oder Kopplung an eine andere frei werdende Professur? Problem: Finanzierung

Eine ausführliche Darstellung zum Herunterladen:
AG Gender am OSI
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5. Gremienarbeit am OSI und an der FU

Die Arbeitsgruppe Gremien beschäftigte sich mit der Frage, wie Entscheidungen am OSI und am Fachbereich getroffen werden. Ausgiebig diskutiert wurde beispielsweise über die Sitzverteilung in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung – alle Anwesenden waren sich einig, dass die strukturelle Mehrheit der Gruppe der Professor_innen in allen Gremien undemokratisch sei. Um dennoch auch als Studierende unsere Interessen durchsetzen zu können, haben wir verschiedene Ansätze diskutiert: neben ganz grundsätzlichen Forderungen wie der Einführung von Viertelparität kamen auch Vorschläge, die eher in Richtung einer stärkeren „Lobbyarbeit“ ausserhalb der Gremien gingen, um die Einheitlichkeit des Stimmverhaltens etwa bei den Professor_innen aufzubrechen. Für am effektivsten, jedenfalls so lange die Strukturen so sind wie sie sind, erachteten die Teilnehmer_innen des Workshops aber eine größere öffentliche Präsenz der übrigen Studierenden in den Gremien. Auf diese Weise kann und konnte bereits in der Vergangenheit ein gewisser Druck ausgeübt werden, um Entscheidungen zu Gunsten der Studierenden zu beeinflussen.

Termine: Institutsrats- und Fachbereichsratsitzungen sind immer im Wechsel jeweils Mittwochs, ab 8:30 Uhr im Hörsaal 21/B.
Die Vorbereitungsgruppe für die Gremienarbeit, bestehend aus den studentischen Vertreter_innen in den Gremien am Fachbereich und weiteren interessierten Studierenden, trifft sich immer Donnerstags um 16 Uhr – zurzeit im besetzten Hörsaal 1A (Silberlaube), sonst im OSI-Foyer.

Schaubilder über die Gremienstruktur (Institutsrat, Fachbereichsrat und Akademischer Senat) findet ihr hier zum Herunterladen:
Flyer zur Gremienstruktur

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6. Wenn das OSI wieder schmerzt – alltägliche Probleme, Sorgen, Lösungsperspektiven

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7. Selbstbestimmtes Lernen – Projekttutorien und „Independent Studies“

In der AG sprachen wir zunächst über Möglichkeiten selbstbestimmten Studierens am OSI innerhalb der bestehenden Strukturen und anschließend über die Möglichkeit, wieder Projekttutorien zu etablieren. Zum Nachlesen (Link): Das Protokoll der AG vom Institutstag

Möglichkeiten, sein Studium nach eigenen Vorstellungen zu gestalten
• Seminare müssen nicht im Campus Management eingetragen sein, auch Papierscheine zählen! Dies ermöglicht eine größere Freiheit für Dozierende und Studierende (z.B. bei Fristen für Hausarbeiten)
• Scheine aus anderen Fachbereichen für Module des eigenen Studiengangs anrechnen zu lassen (z. B. JFK und das LAI; auch Sozialwissenschaft an der HU und Politikwissenschaft in Potsdam)
• Eigeninitiative entwickeln: Lesekreise und Lerngruppen bilden, Gleichgesinnte finden, Gruppe bilden, Referenten suchen u.s.w.
• Absprache mit Profs und Dozierenden ermöglicht vieles, was zunächst unmöglich erscheint: z.B. alternative Projekte zu Hausarbeiten
• das Modul „Wissenschaftspraxis“ ermöglicht die Durchführung eigener wissenschaftlicher Projekte (Inpependent Studies“). Statt dem Besuch zweier Veranstaltungen können Studierende mit Unterstützung eines selbst gewählten Dozierenden frei arbeiten.

Die AG „Selbstbestimmtes Lernen“ hat beim FU-Bildungsgipfel am 2.12.2009 einen Workshop veranstaltet, hier das Protokoll

Projekttutorien an der FU
Aus der AG am Institutstag ging eine „AG Projekttutorien“ hervor, die sich FU-weit für die Wiedereinführung von Projekttutorien einsetzt. Projekttutorien sind aus zentralen Mitteln finanzierte studentisch organisierte Seminare und Projekte, die 2002 an der FU abgeschafft wurden.

Aktueller Stand:
• im aktuellen Bildungsstreik ist die Wiedereinführung von Projekttutorien eine zentrale Forderung
• am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften unterstützt das Dekanat die Wiedereinführung von Projekttutorien (finanziert aus zentralen FU-Mitteln)
• in der neuen BA/MA-Studienordnung am OSI sind Projekttutorien vorgesehen (genaue Ausgestaltung ist aber unklar)

Die „AG Projekttutorien“ soll weiterarbeiten und Anlaufstelle für all diejenigen sein, die an der FU Projekttutorien wieder einführen wollen. Auf Uni-Ebene („Runder Tisch“ im Rahmen des Bildungsstreiks, Akademischer Senat) und auf Ebene des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften (Fachbereichsrat, Institutsrat, MA/BA-Reformkommission) soll der Forderung nach Wiedereinführung von Projekttutorien Nachdruck verliehen werden.

Hier einige Materialien zum Herunterladen:
Reader Projekttutorien
Projekttutorien-Programm der FU von 1995
Protokoll des Workshops am 2.12.09

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8. Das OSI vor dem Bildungsstreik

In der AG „Bildungsstreik am OSI“ haben wir zuerst über grundlegende Probleme gesprochen, denen wir als Studierende am OSI aber auch allgemein an der FU und im gesamten Studienalltag begegnen. Ausgehend von diesen konkreten Missständen haben wir in einem zweiten Schritt Ideen für mögliche Aktionen gesammelt, mit denen wir unserem Unmut vor Ort Luft machen können.

Leider sind bisher keine unserer Ideen zu einer konkreten Umsetzung gekommen, da die Besetzung des Hörsaals 1a in der Silberlaube und die Organisation des FU-Bildungsgipfels eine Menge Aufmerksamkeit erforderten.

Aber der Bildungsstreik ist trotz anstehender Weihnachtspause noch lange nicht vorbei. Gerne sollen die im untenstehenden Protokoll aufgeführten Ideen Ausgangspunkt und Inspiration für weitere Aktionen am OSI sein. 2010 ist schließlich auch noch ein Jahr…

Protokoll zum Download: AG Bildungsstreik am OSI

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9. Die OSI-Zeitung Revisited

Nachdem die OSI-Zeitung aus dem letzten Institutstag 2006 hervorgegangen war, sollte der diesjährige Workshop Raum für Rückblick und Kritik, aber auch für neue Ideen und Impulse geben.
So wurde vor allem der Anspruch erneuert, mit der OSI-Zeitung ein Forum für öffentliche Debatten am Institut zu bieten und möglichst facettenreich aus verschiedenen Perspektiven über die Vorgänge am OSI zu berichten.
Die OZ soll auch künftig einmal pro Semester erscheinen und steht weiterhin allen Interessierten offen – ein Mail an osi_zeitung@yahoo.de genügt. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Februar
OZ-Forum unter http://osizeitung.siteboard.de/

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